Schall am Doppelspalt, die Röntgenkristallografie
und was das mit dem Corona-Virus zu tun hat

Schall, der sich durch einen Doppelspalt bewegt, benimmt sich auf der anderen Seite sehr komisch. An einer Stelle ist der Ton sehr laut, an einer anderen extrem leise. Der Grund dafür ist die Interferenz, also die Wechselwirkung der Schallwellen untereinander. Dieses Phänomen beobachtet man auch mit Licht. Da Licht jedoch eine viel kürzere Wellenlänge als der hörbare Schall hat, müssen die Strukturen, an denen dieses Phänomen entsteht, sehr klein sein. Im Fall von Röntgenlicht sind diese Strukturen sogar nur so groß wie die Atome selbst. Indem wir das Interferenzmuster von Molekülen untersuchen, können wir etwas über das Aussehen der Moleküle selbst lernen. Sehr große und komplizierte Bio-Moleküle heißen Proteine. Alle Lebewesen Du, ich und sogar die Viren bestehen aus Proteinen. Indem wir sehen, wie diese Proteine aufgebaut sind, können wir verstehen, wie sie funktionieren. So hat das SARS-COV-2 Virus einige Oberflächenproteine, mit denen es sich an unsere Zellen heften kann. Am PSI wurden schon einige dieser Proteine entschlüsselt.

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